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Olympische Spiele 2012


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Olympiade 2012 - Moskau mit guten Chancen
Im Kampf um das Recht, die Olympischen Sommerspiele 2012 auszurichten, begann die Schlussetappe. Die Bewertungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC),

die in Moskau ihre Reise durch alle Kandidatenstädte abschloss, wird sich nunmehr im IOC-Hauptquartier in Lausanne mit der Vorbereitung eines Abschlussberichts befassen. Nicht zuletzt auf der Grundlage eben dieses Dokuments werden die Teilnehmer der Abstimmung auf einer IOC-Tagung am 6. Juli in Singapur die Hauptstadt der Spiele der 30. Olympiade nennen.

Es steht nicht zu bezweifeln, dass die Kommissionsmitglieder objektiv sein werden. Sogar die Witterungsverhältnisse, unter denen sie in New York, Madrid, London, Paris und Moskau arbeiten mussten, ähnelten sich. In all diesen Städten schneite es, was für die Inspektoren (sie kamen vorwiegend aus warmen Ländern) einen ungewöhnlich winterlichen Hintergrund für die Bewertung der Städte bedeutete. In Moskau freilich betonte dieser Hintergrund vorteilhaft den einmaligen Charme der eurasischen Hauptstadt, was an den Gesichtern der Inspektoren zu sehen war, die beim Schneegestöber die olympischen Objekte in Moskau besichtigten.

Das war auch auf einer Abschlusspressekonferenz zu bemerken, laut Reglement eine trockene Protokollmaßnahme, die sich hier in Wirklichkeit zu einem lebhaften und emotionalen Meinungsaustausch der Kommissionsmitglieder mit Journalisten gestaltete. Dabei enthielten sich die IOC-Inspektoren natürlich konkreter Vergleiche der Vor- und der Nachteile der Kandidaten. Die Vorsitzende der Kommission Nawal El Mutawakil (Marokko), früher berühmte Leichtathletin, gab den Skeptikern gleich zu verstehen, dass sie Moskau nicht für einen Außenseiter in der Wahlkampagne halte, worüber die westliche Presse in letzter Zeit beharrlich schreibe. "Moskau hat einen sehr ernsthaften und guten Antrag vorbereitet", sagte Mutawakil. "Wir überzeugten uns davon, dass das hiesige Komitee eine enorme Arbeit geleistet und seine Treue zur olympischen Bewegung nachgewiesen hat." Die Information darüber, dass in Moskau über 500 Olympiasieger leben, habe auf sie einen großen Eindruck gemacht. "Das zeigt jene enorme Kraft, welche der Sport in Russland hat", meinte die Vorsitzende der Bewertungskommission. Sie sei auch mit jener einmütigen Unterstützung für die Idee der Durchführung der Olympiade 2012 in Moskau zufrieden, die der Präsident Russlands, Wladimir Putin, und die Spitzenvertreter aller großen politischen Parteien bei einem Treffen mit den Kommissionsmitgliedern zum Ausdruck brachten.

Wie es scheint, ist es Moskau gelungen, den IOC-Inspektoren alle Trümpfe seines olympischen Antrages vorzuführen. Das Programm ihrer Fahrten durch Moskau veranschaulichte, dass die Informationen, zwei Drittel aller olympischen Objekte seien bereit, schon heute die Spiele aufzunehmen, nicht etwa leere Worte sind. Es war zu bemerken, die Kommissionsmitglieder waren mit dem zufrieden, was sie in Luschniki, in Krylatskoje und in Bitza gesehen haben. Und die von russischen Ingenieuren entwickelte einmalige Anlage "Virtueller Bereich", im Büro des Antragskomitees "Moskau-2012" installiert, ermöglichte es ihnen, Einblick in die künftigen olympischen Anlagen im dreidimensionalem Raum zu nehmen oder sogar einen "virtuellen Spaziergang zu unternehmen". Mutawakil verhehlte auch nicht, dass der Kommission der in seiner Geschlossenheit einzigartige Plan für die Durchführung der Spiele - die Konzeption "Olympischer Fluss" - gefallen hat. "Obwohl es heute wegen Eis und Schnee natürlich unmöglich war, ihn in der Praxis zu erproben, so ist doch offensichtlich, dass das Projekt maximale Bequemlichkeiten für die Sportler, die Mitglieder der Olympischen Familie, die Journalisten und die Zuschauer schaffen wird", sagte sie.

Bei den Inspektoren konnte auch keine Kritik an der Arbeit der Transportdienste der Stadt entstehen. Die Wagen mit den IOC-Inspektoren bewegten sich selbst in den Spitzenstunden wie geplant durch Moskaus Straßen. Aber noch mehr gefiel den Kommissionsmitgliedern offenbar eine kurze U-Bahn-Fahrt, insbesondere die Station "Worobjowy Gory", die einzige Station in der Welt, die unmittelbar auf der Brücke über einem Fluss, der Moskwa, liegt.

Zufrieden äußerte sich Mutawakil auch über die Sicherheitsgarantien der russischen Behörden und wies alle Versuche westlicher Journalisten zurück, die "Kommission mit der kriminellen Situation in Moskau einzuschüchtern", auch wenn in dessen Umgebung ein Attentat auf den Leiter der RAO "EES", Anatoli Tschubais, gerade in der Zeit des Moskau-Besuches der Kommission versucht wurde.

Auf diesen Umstand verwies auch der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow in seiner Ansprache nach einer Pressekonferenz der Bewertungskommission. Er sagte, dass "sich dieser Zwischenfall erstens nicht in Moskau ereignete. Und zweitens, wenn man das ernst nimmt, habe Moskau in den vergangenen 25 Jahren seit der Olympiade 1980 über 100 größte internationale Wettkämpfe durchgeführt, bei denen es keinen einzigen Zwischenfall gab".

bei russland.RU
Schwerpunkt – Moskaus Weg zu den Olympischen Spielen 2012 – www.moskau-2012.de
Laut Luschkow habe Moskau die Prüfung bestanden und der ganzen Welt seine Bereitschaft demonstriert, die Olympischen Spiele auszurichten. "Jetzt hängt alles von IOC ab", sagte er. "Aber selbst wenn wir die Olympiade 2012 nicht bekommen, so wird das bisher Geleistete eine gute Grundlage für eine darauffolgende Kandidatur Moskaus sein."

Der Vizebürgermeister Moskaus Valeri Schanzew, Vorsitzender des Antragskomitees, erklärte seinerseits, dass er den Mitgliedern der Bewertungskommission für deren aufrichtiges Interesse an Moskau und an unserem Antrag sowie für die Empfehlungen dankbar sei. Und er fügte hinzu, dass er sich über die Erklärung der Bewertungskommission freue, dass alle Städte ernsthafte und starke Anträge gestellt hätten und es in diesem Rennen keine Außenseiter gebe.

Schanzew versprach, in der nächsten Zeit das "Tempo zu beschleunigen" und in den bevorstehenden Monaten eine Weltreise durch Afrika, Amerika und Europa zu organisieren, "damit man in allen Ecken des Erdballs erfahre: Moskau kann die Olympischen Spiele 2012 gestalten".

Am 6. Juli wird sich in Singapur erweisen, inwieweit dies real ist. (Michail Smirnow, Sportkommentator der RIA Nowosti).


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